Fragen und Antworten zur T.A. Lauta

 


Hier finden Sie häufig gestellte Fragen zur Thermischen Abfallbehandlung Lauta. Wir haben versucht, sie sachlich zu beantworten.
(Auszug aus dem Frage-Anwort-Katalog der T.A. Lauta)

 

Für weitere Fragen steht das Informationsbüro der T.A. Lauta zur Verfügung.

 

Adresse: Thermische Abfallbehandlung Lauta
VEAG/STEAG
Aktiengesellschaft oHG

Informationsbüro
Industrie- und Gewerbegebiet Lauta
Straße B Nr. 5
02991 Lauta

 

 

Ansprechpartner: Bernd Schnabel
Mobil:
0172 304 78 65
Telefon: (03 57 22) 93 33 75
Fax: (03 57 22) 93 33 90

 

Abfallbunker

 

 

Fragen

Antworten

Wer entscheidet über das Wie und Was der Abfallentsorgung? Die Bundesregierung entscheidet über die Gestaltung der Abfallwirtschaftspolitik. Mit der Verabschiedung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes 1996 hat sie die Weichen für die Abfallbehandlung neu gestellt: Priorität haben die Abfallvermeidung und -verwertung. Nicht verwertbare Reststoffe müssen umweltgerecht entsorgt werden. Um diese Ziele durchzusetzen, hat der Gesetzgeber Verwaltungsvorschriften erlassen (Technische Anleitung Siedlungsabfall, Luft etc.). Auf diesen Grundlagen erlassen die Länder Abfallgesetze. Die detaillierte regionale Umsetzung schreiben dann die Kommunen, Landkreise und kreisfreien Städte in regionalen Abfallwirtschaftssatzungen fest.
Wie wird die Abfallwirtschaftspolitik in unserer Region gestaltet? In ihrer Verantwortung für eine möglichst effektive Gestaltung der Abfallwirtschaft gründeten die damaligen Landkreise Görlitz, Bautzen, Löbau, Bischofswerda, Zittau, Kamenz, Hoyerswerda, Niesky sowie Weißwasser 1992 einen Abfallzweckverband - den RAVON. Alle wichtigen Beschlüsse verabschiedet die Verbandsversammlung, zu der je ein Landrat bzw. Oberbürgermeister und ein Kreis- bzw. Stadtrat gehört. Grundlage für die Arbeit des RAVON bildet das 1992 beschlossene und bereits mehrfach überarbeitete Abfallwirtschaftsrahmenkonzept, das Maßnahmen und Verfahren zur Abfallvermeidung, -verwertung und -entsorgung festlegt. Die Arbeit ist so organisiert: Die Verbandsmitglieder kümmern sich um Maßnahmen zur Abfallvermeidung und -verwertung, der RAVON ist für die umweltgerechte Entsorgung der Reststoffe zuständig.
Wie wird sich die Abfallsituation voraussichtlich entwickeln? Die verstärkten Bemühungen, Abfälle weitestgehend zu vermeiden und Verwertungsmöglichkeiten immer besser auszuschöpfen, haben sich ausgezahlt. Seit einigen Jahren sinken die Abfallmengen. Dennoch ist es auch künftig nicht möglich, den Abfallberg vollständig abzubauen.
Können Verbrennungsanlagen
in Zukunft überhaupt ausgelastet werden?
Ein entscheidender Punkt wird dabei oft vergessen: Bis 2005 landeten noch siebzig in den alten und gar neunzig Prozent der Abfälle in den neuen Bundesländern auf Deponien - und nicht in Verbrennungsanlagen. Die eine oder andere Kommune in den alten Bundesländern brachte ihre Abfälle lieber zu den mit Schnäppchenpreisen lockenden Deponien, anstatt diese umweltgerecht behandeln zu lassen. Mehr als fünf Millionen Tonnen brennbare Abfälle gelangen so nach Schätzungen der Deutschen Projekt Union GmbH auf Billigdeponien, die zumeist nicht dem modernen Stand der Technik entsprechen. Dies gefährdet erheblich die Auslastung moderner Thermischer Abfallbehandlungsanlagen. Die Bürger bezahlen das in doppelter Hinsicht: mit dem Risiko einer langfristigen Umweltschädigung und mit ihrem Geld. Denn die aufwendige Sanierung und Überwachung der Deponien kostet viele Millionen Euro.
Bisher ging es doch auch so. Weshalb müssen Restabfälle denn überhaupt thermisch behandelt werden? Nach Ansicht der alten wie neuen Bundesregierung und aller Fachleute ist nicht zu verantworten, die Restabfälle weiterhin zu deponieren. Bliebe man dabei, würden den nachfolgenden Generationen dauerhafte Umweltprobleme hinterlassen. Denn ohne Vorbehandlung kommt es bei den abgelagerten Abfallstoffen zu nicht kontrollierbaren chemischen und biologischen Reaktionsprozessen, die zu Verunreinigungen des Grundwassers (Deponiesickerwasser) und der Atmosphäre (u. a. Methan- und CO2-Emissionen aus der Deponiegasbildung) führen können. Im Sinne der Vorsorge ist es deshalb notwendig, die Abfälle vor der Deponierung so zu behandeln, dass Schadstoffe sicher gebunden, d. h. immobilisiert werden und damit kein ökologisches Risiko darstellen. Nach dem aktuellen Stand ist die thermische Behandlung die bewährteste Technologie, um die strengen Vorgaben des Gesetzgebers zuverlässig zu erfüllen.
Welche Einflussmöglichkeiten haben die Bürgerinnen und Bürger? Der Gesetzgeber hat keine direkte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Entscheidungen über den Bau und Betrieb einer Thermischen Abfallbehandlungsanlage vorgesehen. Vielmehr sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger mit der Auswahl von und Entscheidung über geeignete Verfahren zur umweltgerechten Abfallvorbehandlung beauftragt. Im Falle Lauta ist das der RAVON. Entscheidungsträger des RAVON sind die Verbandsräte, die aus den Kreistagen und - bei kreisfreien Städten - aus den Stadträten entsandt werden. Entscheidungen des RAVON sind also keineswegs Alleingänge, sondern werden von Volksvertretern getroffen, die demokratisch von den Bürgern und Bürgerinnern gewählt wurden. Innerhalb des Genehmigungsverfahrens für eine T.A. haben die Anwohnerinnen und Anwohner jedoch die Möglichkeit, ihre Bedenken, aber auch Anregungen deutlich zu machen. Dazu gibt es von Seiten des Gesetzgebers klare Aussagen. Bei berechtigten Einwendungen kann die Genehmigungsbehörde gegebenenfalls Nachbesserungmaßnahmen einfordern. Innerhalb des Genehmigungsverfahrens für die T.A. Lauta sind 1999 4.544 Einwendungen eingegangen. Diese wurden mit den Einwendern, dem Antragsteller und der Genehmigungsbehörde erörtert. Das Regierungspräsidium Dresden erteilte schließlich im Januar 2000 die Genehmigung.
Welche Abfälle werden in Lauta behandelt? Die Anlage behandelt Hausmüll, Sperrmüll sowie hausmüllähnliche Gewerbe- und Industrieabfälle im Gesamtumfang von 225.000 Tonnen pro Jahr. Diese kommen zum großen Teil aus dem Verbandsgebiet des RAVON und angrenzenden Gebieten.
Werden in der
T.A. Lauta
Sonderabfälle beseitigt?
Sonderabfälle sind Abfälle, die auf Grund ihrer Art oder Menge nicht zusammen mit Hausmüll oder hausmüllähnlichen Abfällen entsorgt werden und besonderer Überwachungspflicht unterliegen. Im Abfallwirtschaftskonzept des RAVON ist die Restabfallbehandlung und -beseitigung von Hausmüll, Sperrmüll und hausmüllähnlichen Industrie- und Gewerbeabfällen festgelegt. Die 17. BImSchV lässt auch die Behandlung überwachungspflichtiger Abfälle (z. B. alte Fenster, fett- und ölverschmierte Betriebsmittel) in Hausmüllverbrennungsanlagen zu, wenn diese in Beschaffenheit und Zusammensetzung ähnliche Eigenschaften wie Hausmüll haben. Kriterium ist der Halogen-Kohlenwasserstoff-Gehalt, der nur ein Prozent betragen darf.
Welchen Einfluss
hat die thermische Abfallbehandlung auf die Umwelt?
Kaum ein Verfahren unterliegt so strengen Anforderungen an den Umweltschutz wie die thermische Abfallbehandlung. Moderne Anlagen arbeiten mit einer hochleistungsfähigen Rauchgasreinigungstechnologie, die Schadstoffe aus dem Verbrennungsprozess nahezu vollständig bindet und damit Umweltbelastungen ausschließt. Die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte werden von der T.A. Lauta meist noch um mindestens die Hälfte unterschritten. Thermische Abfallbehandlungsanlagen sind darüber hinaus sogenannte Schadstoffsenken, da umweltbelastende Stoffe aus dem Restabfall gezielt erfasst und zerstört werden.
Einige Wissenschaftler warnen dennoch vor dem Dioxin-Ausstoß durch T.A.:Wie hoch ist die Gefährdung denn tatsächlich? Innerhalb der vergangenen zehn Jahre wurden die Dioxinemissionen von Abfallverbrennungsanlagen erheblich verringert. Im Restabfall enthaltene Dioxine und Furane werden fast 100prozentig zerstört. Für eine T.A. gilt ein Grenzwert von einem zehnmilliardstel Gramm (0,1 ng = 0,000 000 000 1 g) je Kubikmeter Abgas. Moderne Anlagen wie die T.A. Lauta unterschreiten selbst diese minimale Menge nochmals um die Hälfte. Die Summe der Dioxinemissionen aller deutschen Abfallverbrennungsanlagen liegt heute deutlich unter vier Gramm pro Jahr. Zum Vergleich: Dem Verkehrssektor werden mehr als zehn Gramm pro Jahr zugeordnet. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sind die Dioxinemissionen um das Hundertfache (!) verringert worden.
Wie funktioniert die Verbrennung in der T.A. Lauta? Die T.A. Lauta arbeitet mit der Rostfeuerungstechnologie. Die Verbrennung findet in einem feuerfest ausgekleideten Feuerraum auf einem Vorschubrost statt. Verbrennungstemperaturen von mindestens 850 Grad Celsius führen hier zu einer Zerstörung organischer Komponenten. Im nachfolgenden Abhitzekessel wird der Energiegehalt der Rauchgase zur Dampferzeugung genutzt. Der Dampf wird einem Turbosatz zugeführt und zur Erzeugung von elektrischer Energie (ca. 20 MW) genutzt. Das Rauchgas wird durch eine mehrstufige Rauchgasreinigungsanlage (bestehend aus Sprühabsorber, Gewebefilter, Aktivkoksfilter, SCR-Reaktor) geleitet. Die gereinigten Rauchgase werden über einen 55 m hohen Schornstein abgeleitet.
» zum Funktionsschema
Warum hat man
sich für die Rostfeuerung entschieden?
Die Ausschreibung des RAVON zur thermischen Vorbehandlung war verfahrensoffen. Das Konzept des Konsortiums VEAG/Steag, eine T.A. mit Rostfeuerungstechnologie anzubieten, hat sich letztlich durchgesetzt. Für dieses Verfahren sprechen folgende Gründe: Es ist langjährig im Betrieb erprobt und hat sich bewährt. Die große Mehrzahl der T.A. in Deutschland und in der ganzen Welt arbeitet daher nach diesem technologischen Prinzip. Darüber hinaus ist die Rostfeuerung ein vergleichsweise kostengünstiges Verfahren. Die gesicherte Verwertung der Rostasche sowie direkte Erzeugung von Dampf bzw. Strom sind Pluspunkte für unsere Umwelt, da natürliche Ressourcen geschont werden.
Wie viel ist in den
Bau der Anlage investiert worden?
Das Investitionsvolumen beträgt ca. 127 Millionen Euro.
Weisen die vergleichsweise geringen Investitionskosten auf eine Billiganlage hin? Diese mehrfach öffentlich vertretene Auffassung ist absolut nicht haltbar. Im Gegenteil: Das Konsortium VEAG/Steag verpflichtete mit dem Unternehmen Alstom Energy Systems einen weltweit renommierten und anerkannten Spezialisten für den Bau der Anlage. Mit der T.A. Lauta entstand in den neuen Bundesländern eine hochmoderne und effektive Anlage, die Maßstäbe setzte. Allein für die äußerst umweltgerechte Rauchgasreinigungsanlage - mit vier Reinigungsstufen durchaus nicht der übliche Standard - wurde fast die Hälfte des Investitionsvolumens eingesetzt. Dieser hohe Standard zu einem günstigen Preis wurde möglich, weil der RAVON frühzeitig Verhandlungen zur Erfüllung seines Entsorgungsauftrages begonnen hat und so das Angebot-Nachfrage-Verhältnis zu Gunsten seiner Bürgerinnen und Bürger nutzen konnte.



letzte Aktualisierung: 04.09.2018
Sitemap Kontakt Impressum Datenschutz Home
Regionaler Abfallverband Oberlausitz-Niederschlesien
Suchen & Finden >>