PRESSEMITTEILUNG vom 06. April 2000


Wieder weniger Abfälle auf ostsächsische Deponien gelangt
Hausmüllmengen im Abfallverband RAVON 1999 um 9 Prozent gesunken

 

Auch im Vorjahr hat sich der seit Jahren anhaltende rückläufige Trend beim Abfallaufkommen fortgesetzt. In der aktuellen Statistik verzeichnet der Regionale Abfallverband Oberlausitz-Niederschlesien RAVON im Vergleich zu 1998 6.406 Tonnen (t) bzw. 3 Prozent  (%) weniger Abfälle. So wurden im letzten Jahr noch insgesamt 194.568 t Abfälle auf den sechs in der Region verbliebenen Deponien abgelagert. Auf die Bewohner des Verbandsgebietes bezogen ergibt sich damit ein Gesamtabfallaufkommen von durchschnittlich 300 Kilogramm (kg) je Einwohner und Jahr.

Vernachlässigt man den Anstieg der Deponiebedarfsstoffe (das ist z.B. Bodenaushub, der für begonnene Schließungsmaßnahmen auf den Deponien benötigt wird), sank der Abfallberg um 21.534 t bzw. 11 %.

Dennoch fällt der Rückgang bei Abfällen aus Haushalten weniger deutlich als in den Jahren zuvor aus. Während sich die Hausmüllmenge bisher jährlich um jeweils 14 bis 17 % verringerte, liegt der Rückgang beim Hausmüll von 1998 zu 1999 um  9 % bzw. 8.643 t erstmals unter 10 %. So beträgt das spezifische Aufkommen des Vorjahres 132 kg Hausmüll je Einwohner und Jahr. 1998 waren es noch 10 kg mehr.

 

Während diese Berechnungen zu einem positiven Fazit führen - die Verringerung der Hausmüllmengen weist zum überwiegenden Teil auf die große Mitwirkung der Bürger beim Getrenntsammeln von Wertstoffen hin - gibt es auch Negatives zu vermelden. So erhöhten sich erneut die Mengen, die durch das Aufräumen wilder Müllkippen zu den Deponien gebracht wurden. Die Steigerung ist zwar mit 2 % bzw. um 27 t relativ gering, dennoch bedeuten die insgesamt 1.337 t aus illegalen Müllablagerungen immerhin, dass statistisch gesehen jeder Einwohner - vom Baby bis zum Greis - mehr als 2 kg Müll "in den Wald geworfen" hat.

Auch in den Anlagen des Dualen Systems Deutschland (kurz DSD; verantwortlich für die Einsammlung und Verwertung von Verpackungsabfällen mit dem grünen Punkt) wurden mit 13.814 t  8 % bzw. 1.055 t mehr Rückstände aussortiert als 1998 und auf den Deponien entsorgt. Das bedeutet, dass immer mehr Müll, der eigentlich in die Hausmülltonne gehört, in der gelben Tonne bzw. im gelben Sack landet.

Der überdurchschnittliche Rückgang bei Baustellen- (um 2.620 t bzw.  31 %) und produktionsspezifischen Abfällen (um 2.979 t bzw. 57 %) wiederum ist Ergebnis des nunmehr seit über drei Jahren geltenden Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes, das eine Verwertung gewerblicher Abfälle durch private Entsorgungsunternehmen bundesweit zulässt. Allerdings gibt es zu der inzwischen praktizierten Umsetzung der Vorschriften auch kritische Stimmen.

So ergab eine Studie der Deutschen Projekt Union GmbH Essen "Öko-Dumping durch Deponierung und Versatz in Deutschland und im benachbarten Ausland" von Oktober 1998, dass in Deutschland über 5 Millionen t Abfälle je Jahr (allein in Sachsen ca. 210.000 t pro Jahr) aus der geordneten Entsorgung verschwunden sind. Als einen Grund nennt die Studie u.a. die fehlende konkrete Abgrenzung von Abfall zur Verwertung und Abfall zur Beseitigung, die in vielen Fällen zu einer Scheinverwertung z.B. in Billigdeponien führt.




letzte Aktualisierung: 04.09.2018
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