PRESSEMITTEILUNG vom 14. April 2003


118 Kilogramm Hausmüll je Einwohner in Ostsachsen 2002
Abfallverband RAVON stellt neueste statistische Zahlen vor


Laut der Abfallstatistik für das Jahr 2002 gelangten insgesamt 122.242 Tonnen (t) Abfälle auf die Deponien des Regionalen Abfallverbandes Oberlausitz-Niederschlesien RAVON. Ohne Berücksichtigung von Deponiebedarfsstoffen (z.B. Bauschutt und Bodenaushub für Abdeckmaßnahmen oder Wegebau auf den Deponien) sank das Abfallaufkommen gegenüber 2001 um 17.123 t bzw. 14 % auf 107.595 t. Damit unterschritt das Abfallaufkommen im Verbandsgebiet die für die künftige thermische Abfallbehandlung in Lauta (T.A. Lauta) vereinbarte Jahresmenge von 110.000 t. Experten rechnen ab dem Jahr 2005, wenn die Deponierung unbehandelter Abfälle verboten wird und damit keine Scheinverwertung gewerblicher Abfälle auf Billigdeponien mehr möglich ist, wieder mit einem Anstieg der öffentlich entsorgten Abfallmengen. Der Abfallverband wartet jedoch nicht nur diese Entwicklung ab.
Bereits vor zwei Jahren war absehbar, dass die Abfallzahlen die Vertragsmenge für Lauta unterschreiten können. Deshalb hat sich die Verbandsversammlung des RAVON schon 2001 mit den möglichen Konsequenzen befasst. Sie entschied sich, durch Kooperation mit gewerblichen Entsorgungsunternehmen weitere Abfallmengen zur Behandlung anzuwerben.
„Es ist uns gelungen, mit zwei Unternehmen Vorverträge über jeweils 30.000 Jahrestonnen abzuschließen.“, so RAVON - Geschäftsführer Ulrich Heine zum aktuellen Stand der Verhandlungen. Diese Mengen kann der RAVON innerhalb seines Kapazitätsanteils an der T.A. Lauta anliefern.

Zur Entwicklung des Abfallaufkommens meint Ulrich Heine: „Die Dimension des Rückganges der Abfallmengen war 1997, im Jahr der Zuschlagserteilung für die T.A. Lauta und der entsprechenden Mengenfestlegung, nicht absehbar. Trotz des bereits hohen Standes der Abfallverwertung mussten damals jährlich ca. 250.000 t Abfälle auf den Deponien des Verbandes entsorgt werden.“
Eine Ursache für den in dieser Größenordnung nicht erwarteten Rückgang der Müllmengen liegt im starken Bevölkerungsschwund. So verlor das Verbandsgebiet in Ostsachsen innerhalb von 6 Jahren über 42.000 Einwohner (von rund 665.000 1996 auf rund 623.000 Einwohner im Jahr 2002).
Ein weiterer Grund ist, dass kaum noch Abfälle von Baustellen oder aus Industrie und Gewerbe auf den Deponien des RAVON entsorgt werden.

Nach Ansicht von Experten liegt aber der Rückgang der öffentlich entsorgten Abfallmengen nicht nur in einer gesteigerten Abfallvermeidung und Abfallverwertung begründet.
So ergab eine Studie der Deutschen Projekt Union GmbH Essen "Öko-Dumping durch Deponierung und Versatz in Deutschland und im benachbarten Ausland" bereits 1998, dass in Deutschland über 5 Millionen t Abfälle je Jahr (allein in Sachsen ca. 210.000 t pro Jahr) aus der geordneten Entsorgung verschwunden sind. Als einen Grund nannte die Studie u.a. die fehlende konkrete Abgrenzung von Abfall zur Verwertung und Abfall zur Beseitigung, die in vielen Fällen zu einer Scheinverwertung z.B. in Billigdeponien führt.


Abfallaufkommen
Insgesamt wurden 2002 im Durchschnitt 173 kg Abfall je Einwohner der Region Oberlausitz-Niederschlesien (Landkreise Bautzen, Kamenz, Löbau-Zittau, Niederschlesischer Oberlausitzkreis und kreisfreie Stadt Görlitz) auf den Anlagen des Abfallverbandes deponiert (2001: 197 kg). Pro Bürgerin und Bürger fielen dabei 3 kg weniger Hausmüll (118 statt 121 kg) und 5 kg weniger Sperrmüll (21 statt 26 kg) als 2001 an. Noch acht Jahre zuvor (1994) erzeugte jeder Bürger mehr als doppelt soviel Hausmüll (276 kg).
Die Hausmüllmenge fiel von 2001 auf 2002 um 2.586 t bzw. 3 % auf 73.542 t.


Aufkommen an Wert- bzw. Altstoffen
Jeder Einwohner warf vergangenes Jahr 36 kg Verpackungsmüll (2001: 34 kg) in die gelbe Tonne oder den gelben Sack. Außerdem schaffte jeder Ostsachse statistisch gesehen 33 kg Altglas (2001: 35 kg) sowie 67 kg Zeitungen, Zeitschriften, Papier und Pappe (2001: 67 kg) in die Wertstoff-Container.
Mit der Biotonne wurden rund 72 kg je Einwohner (2001: 70 kg) eingesammelt. Einen erheblichen Anteil an diesem Durchschnittswert haben dabei die Einwohner des Landkreises Löbau-Zittau, die allein fast die Hälfte aller Bioabfälle im RAVON aufbrachten.



letzte Aktualisierung: 04.09.2018
Sitemap Kontakt Impressum Datenschutz Home
Regionaler Abfallverband Oberlausitz-Niederschlesien
Suchen & Finden >>